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Architektur
Im Mugello finden sich zahlreiche architektonische Sehenswürdigkeiten, die auf die Familie der Medici und andere große Adelshäuser zurückgehen. Die vollkommene Eleganz dieser Zeitzeugen einer blühenden Vergangenheit und die herrliche umgebende Landschaft schaffen eine einzigartige Stimmung.

Die Medici hinterließen hier, insbesondere mit Lorenz dem Prächtigen, vielfältige Zeichen ihrer Macht. Sie verstanden es, den wirtschaftlichen und politischen Aufschwung mit einem künstlerischen Ansatz zu verbinden, der der Zeit weit voraus war. Dies ist nicht nur ihrem aufgeklärten Mäzenatentum zu verdanken, sondern auch dem von ihnen geschaffenen umfassenden und weithin übernommenen kulturellen Rahmen, so dass sich der ästhetische und rationale Leitgedanke durch alle Lebensbereiche zieht: bis in die geometrische Anordnung der Felder und Wälder, in das rationale Bewässerungs- und Kanalisationssystem, in die Bauweise und Proportionen vieler Bauernhöfe, Villen und Kirchen, bis hin zur harmonischen Aufgliederung der Wohngebiete.

Villa di Cafaggiolo: eine der Lieblingsresidenzen von Lorenz dem Prächtigen, um 1451 von Michelozzo Michelozzi errichtet. Der Architekt baute die ehemalige Ritteranlage zu einer Residenz nach dem zeitgemäßen Geschmack um. Die Villa bot den Edelfrauen, Händlern, Heerführern und Literaten, Künstlern, Kardinälen, Prinzen und Päpsten die sich hier zu Jagdausflügen, Gastmahlen und ausgelassenen Bauernfesten zusammenfanden, einen prachtvollen Rahmen, und diente allen voran den Mitgliedern der Medici-Familie als Sommer- und Herbstsitz. Luigi Pulci las hier seinen Morgante, Lorenz komponierte hier seine Karnevals-Gesänge. Poliziano, Marsilio Ficino und Pico della Mirandola hielten sich hier ebenso auf wie Papst Leo X im Jahr 1515. In einem Zimmer im zweiten Stock wurde 1576 Eleonora di Toledo von ihrem Gatten Piero de' Medici erstochen. Ein ausgedehnter, dichter, wild wachsender und von Mauern umgebener Wald erstreckt sich hinter dem Anwesen; er diente den Medici als Jagdrevier.

Kloster Bosco ai Frati (Wald der frommen Brüder): die Abtei, die von den Ubaldini vor dem Jahr 1000 gegründet wurde, gilt als eines der ältesten Klöster der Toskana.

Burg von Trebbio: dieses beeindruckende Bauwerk steht auf einem Hügel in 500 m Höhe über dem Meeresspiegel, von dem aus man den gesamten Mugello überblickt. Einst kreuzten sich hier wichtige Handelsverbindungen.

Festung San Martino: sieben Bollwerke unterbrechen die beeindruckenden unregelmäßigen Schutzwälle dieser fast eine Meile langen Festung. Die Anlage wird vom Bergfried überragt, der „Ritter zu Pferd“ genannt wurde und in dessen Inneren sich das Quartier des Burgherren, die Garnison sowie eine Kapelle befanden – das wahre Wehrzentrum der Feste.

Palazzo dei Vicari: Dieser Palast mit seiner Grundstruktur aus dem 14. Jh. hat im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Restaurierungsarbeiten und Veränderungen erlebt. Auf der Fassade zeugen die Wappen der Familienmitglieder der Medici, die über die Jahrhunderte hier ihren Amtssitz hatten, von ihrer Machtposition innerhalb der Republik. Heute befindet sich im Palazzo die Vicari ein äußerst wertvolles historisches Archiv und das „Museum der schneidenden Klingen“, in der man die Jahrhunderte alte Tradition der Messerschmiede von Scarperia bestaunen kann.

Villa Torre Palagio: Von 1457 bis 1466 fanden sich hier Literaten und humanistische Gelehrte wie Luigi Pulci, Lorenz der Prächtige, Mariotto Davanzati, und Bernardo Gianbullari ein.

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